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Alpenexkursion Teil 5 Goldhaferwiesen

Der dominierende nutzungsbedingte Wiesentyp ist die Goldhaferwiese mit der namengebenden Art Goldhafer (Trisetum flavescens). Ab einer Höhe von im Süden etwa 800 m dominiert die Goldhaferwiese über der im Tieflang verbreiteten Glatthaferwiese. Je nach Standort werden Goldhaferwiesen auch intensiv genutzt, häufig werden sie aber nur ein bis zweimal gemäht und wenig gedüngt.
























Abb. 1: Goldhaferwiesen in Dorfnähe























Abb. 2 : Traditionelle Heunutzung

Einige Goldhaferwiesen zeigen sich sehr buntblumig. Die nachfolgenden Bilder geben dafür einen Eindruck.

























Abb. 3: Buntblumige Goldhaferwiese mit einem Hauptaspekt aus Großer Bibernelle (Pimpinella major)


Abb. 4: Aspekt von Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum), welcher Untereinheit Storchschnabel-Goldhaferwiesen charakterisiert

Abb. 5: Detail Große Bibernelle (Pimpinella major), Storchschnabel-Bläuling (Plebeius eumedon), Kugelige Teufelskralle (Phyteuma orbiculare), Echte Mondraute (Botrychium lunaria), Taubenkropf-Leimkraut (Silene vulgaris)

Alpenexkursion Teil 4 Moore und Stillgewässer

Durch den meist guten Wasserhaushalt mit hohen Niederschlagsmengen kommen in den Alpen viele Moore und auch Stillgewässer vor. Im Bereich der alpinen Stufe treten Moore häufig an Quellaustritten oder in Senkenbereichen auf. Ein Beispiel dafür wird mit den folgenden Bildern gegeben. In diesem Fall handelt es sich um ein Durchstörmungsmoor, bei dem das Wasser auf der rechten Seite aus dem Boden/Fels austritt und nach links wegfließt.

Abb. 1: Durchströmungsmoor in der subalpinen / alpinen Stufe


Abb. 2: Detail mit Saxifraga cf. stellaris

Abb. 3: Detail mit verschiedenen Moosen




























In den höheren alpinen Stufen sind Schmelzwasserseen relativ häufig vorzufinden. Ein solcher ist im nächsten Bild zu sehen.















Alpenexkursion Teil 3 Krummholzgesellschaften

Alpine Krummholzgesellschaften mit ihrer Charakterart Pinus mugo, der Latsche, kommen im Bereich der alpinen Waldgrenze und etwas darüber vor. Innerhalb der Latschenbestände herrschen sehr dichte und eher lichtarme Bedingungen. Dennoch kann eine Vielzahl verschiedener Pflanzenarten vorgefunden werden (vorgefunden z.B. 30 Höhere Pflanzenarten und 5 Kryptogamen auf einer Fläche von 8x8 m).

























Abb. 1: relativ niederwüchsiges Krummholzgebüsch




Abb. 2: Ausschnitt der Bodenvegetation eines Krummholzgebüsches mit Bewimperter Alpenrose (Rhododendron hirsutum) und diversen Farnen

Ob sich ein Krummholzgebüsch aus bildet, oder aber ein alpiner Rasen entsteht, hängt von mehreren Faktoren ab: Dauer seit den letzten Gesteinsbewegungen (z.B. durch Hangrutsche), Beweidungsintensität der Fläche, Ausgangsgestein oder die Höhenlage. Abbildung 3 zeigt eine solche Situation.






















Abb. 3: Struktur eines alpinen Lebensraumes: Im Vordergrund ein alpiner Rasen, dahinter ausgedehnte Latschengebüsche. Rechts im Hintergrund ist ein Schuttfächer zu sehen (weiße Fläche), dieser wurde im unteren Bereich bereits von Krummholzvegetation besiedelt, bzw. die erodierten Teile erreichen diese Flächen nicht in einem so großen Ausmaß. 

Die Latsche ist durch ihre Wuchsform und ihre Widerstandsfähigkeit gut an extreme Bedingungen angepasst. Sie erträgt zum Beispiel auch hohen Schneedruck über längere Zeit. Viele Exemplare zeigen aber deutlich die Spuren des Winter. In Abbildung 4 ist gut zu erkennen, wie der Schnee und zusätzlich Pilzbefall ihnen zusetzt.

























Abb. 4: Schäden durch Schneedruck und Pilze an der Latsche (Pinus mugo)

Im Anschluss noch zwei besondere Arten, zum einen der Gestreifte Seidelbast (Daphne striata), zum anderen das Rundblättrige Wintergrün (Pyrola rotundifolia).


















Abb. 5 und 6: Gestreifter Seidelbast (Daphne striata) und Rundblättrige Wintergrün (Pyrola rotundifolia)

Alpenexkursion Teil 2 Grünerlengebüsche und Hochstaudenfluren

Grünerlengebüsche und alpine Hochstaudenfluren finden sich an feuchten und eher nährstoffreichen Standort vorzugsweise an größeren Alpenbächen im Bereich der Silikatalpen. Abbildung 1 zeigt beispielhaft solch einen Bestand: Im Vordergrund sind Hochstauden zu sehen, vor allem rechts die Grünerle (Alnus viridis), weiter entfern beginnt dann wieder der Nadelwald.


























Abb. 1: Gebirgsbach mit Hochstaudenflur und Grünerle
























Abb. 2: Detailausschnit einer Hochstaudenflur

Alpenexkursion Teil 1 Fichtenwälder

Die bei weitem häufigste Baumart in den Alpen ist die Fichte (Picea abies). Fichtenwälder kommen sowohl auf Kalk- als auch auf Silikatgestein vor. Sie unterscheiden sich jedoch im Unterwuchs: Fichtenwälder auf Silikatgestein sind meist deutlich moosreicher. Da die Nadelstreu den Boden oberflächlich versauert, wachsen aber auch in den Kalkgebieten Säurezeiger wie Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella) oder Sprossender Bärlapp (Lycopodium annotinum). Auf Kalkgestein mischen sich häufig zusätzlich Kiefern (Pinus sylvestris) in unterschiedlicher Deckung ein.























Abb. 1: Fichtenwald auf Kalkgestein. Mehr als 30 Pflanzenarten auf 10x10 m sind keine Seltenheit

























Abb. 2: Fichtenwald auf Silikatgestein. Silikatgestein erodiert schlechter als Kalkgestein, sodass hier meist große Gesteinsblöcke vorzufinden sind. Die wichtigsten der vielen dort vorkommenden Moosarten sind Stockwerkmoos (Hylocomium splendens) und Rotstängelmoos (Pleurozium schreberi). Weiterhin ist dieser Waldtyp sehr farnreich.

Typische und spezielle Arten in Fichtenwäldern:




























Abb. 3: Von oben nach unten, von links nach rechts: Sprossender Bärlapp (Lycopodium annotinum), Moosauge (Moneses uniflora), Grüne Hohlzunge (Coeloglossum viridae), Netzblatt (Goodyera repens), Korallenwurz (Corallorhiza trifida). Vor allem die Grüne Hohlzunge kommt auch in Wiesen und anderen lichtreichen Biotopen vor. Besonders typisch ist der Bärlapp und das Moosauge.

Mit Zunahme der Höhe werden die Wälder lichtreicher und vor allem von Lärchen (Larix decidua) durchmischt, um schließlich im Bereich der Waldgrenze bei ca. 1500 bis 2300m von Krummholzvegetation abgelöst zu werden. Im Kalkgebirge liegt die Waldgrenze tiefer. 





















Abb. 4: Durch Beweidung aufgelichteter Fichten-Mischwald nahe der Waldgrenze.

Wenn ein lichtreicher, weniger dichter Wald vorgefunden wird muss jedoch nicht immer die Waldgrenze in Reichweite sein, denn in viele Wälder wird das Vieh zur Weide getrieben, was zur Auflichtung führen kann. Andererseits werden natürlich auch Bestände durch forstliche Maßnahmen aufgelichtet.

Besonderheit Flechten:

In nebel- und niederschlagsreichen Lagen und unterstützt durch die gute Luftqualität in den Alpen können Bartflechten und andere holzbewohnende Flechtenarten vorkommen. Das erste Bild zeigt eine Bartflechte der Gattung Usnea. Im zweiten Bild ist die Wolfsflechte (Letharia vulpina) zu sehen. Letztere ist relativ selten und wurde früher als Fuchs- und Wolfsköder benutzt, sprich die Flechte ist stark giftig.


















Abb. 5: Links: Bartflechte Gattung Usnea, rechts: Wolfsflechte (Letharia vulpina)

Alpenexkursion

Hiermit starte ich eine Serie, in der ich in den kommenden Wochen von einer Exkursion in die Alpen (Gschnitz in Tirol) berichte. Die Texte und Bilder sollen vor allem dazu dienen, die Vegetation und die unterschiedlichen Lebensräume zu charakterisieren, unter anderem auch damit ich nicht alles wieder vergesse. Die Fotos genügen somit nicht immer künstlerischen Ansprüchen, zeigen aber hoffentlich die typischen Verhältnisse vor Ort und vielleicht auch einige spannende Details.






















Nebelstimmung in Gschnitz